Wartesemester überbrücken: Ist ein Fernstudium eine Alternative?

In wenigen Schritten zum richtigen Fernstudium

Wartesemester überbrücken: Ist ein Fernstudium eine Alternative?

September 12, 2016 Allgemein Studienorganisation 0
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Nicht immer ist die Note des Abiturs so gut, dass man unmittelbar das Wunschstudium beginnen kann. In vielen Fällen müssen sogenannte Wartesemester überbrückt werden. Für diese Zeit brauchst Du also eine Alternative zum Studium. Dies kann eine Ausbildung sein, ein Jahr im Ausland oder ein Freiwilliges Soziales Jahr. Oder ist ein Fernstudium eine realistische Option? Und was gilt es dabei zu beachten?

 

Was ist ein Wartesemester und wie kommt es dazu?

Theoretisch kann es in jedem Fach dazu kommen, dass Deine Bewerbung nicht angenommen wird. In der Regel geschieht dies jedoch vor allem bei den Studienfächern, die durch einen hohen Numerus Clausus zulassungsbeschränkt sind. Wartesemester fallen somit vor allem bei den Studiengängen Medizin, Jura und Psychologie an.

Wirst Du als Bewerber abgelehnt, beginnt automatisch Deine Wartezeit. Um wie viele Semester es sich voraussichtlich handelt, kannst Du dem Ablehnungsschreiben der Hochschule entnehmen. Der angegebene Wert ist jedoch nicht verbindlich, sondern dient nur der Orientierung. Die individuelle Zahl der Wartesemester berechnet sich jedes Jahr neu anhand der Bewerberlage. Um zu verstehen, wie dieses System funktioniert, solltest Du das System der Studienplatzvergabe kennen. Tatsächlich sind nur 20 Prozent der Studienplätze für die besten Abiturienten vorgesehen. Ebenfalls 20 Prozent der Plätze entfallen auf die Bewerber mit den längsten Wartezeiten. Es zählt jedoch nicht lediglich die Anzahl an vollen Semestern, die seit Deinem Abitur vergangen sind.

 

Wissenswertes über die Wartesemester

Wenn Du vor die Entscheidung gestellt wirst, ob Du Wartesemester in Anspruch nimmst oder nicht, solltest Du Dich über einige wichtige Punkte genau informieren. Die folgenden Fragen und Antworten helfen Dir bei der Planung Deiner beruflichen Zukunft.

 

Muss man Wartesemester beantragen?

Die gute Nachricht lautet: Du musst eine Wartezeit nicht gesondert beantragen, sondern sie wird automatisch berechnet. Geht Deine Bewerbung um einen Studienplatz an einer Hochschule ein, ist zunächst der Zeitpunkt des Abiturs von Bedeutung.

 

Wann beginnt ein Wartesemester?

Als Wartezeit wird Dir jedes Semester angerechnet, welches nach dem Zeitpunkt Deines Abiturs vollständig verstrichen ist. Hast Du Deinen Schulabschluss im Juni absolviert, zählt das im Oktober beginnende Wintersemester als erstes Wartesemester. Bewirbst Du Dich im Januar um einen Studienplatz, ist das Wintersemester jedoch noch nicht beendet und wird aus diesem Grund nicht angerechnet.

 

Ist die Anzahl der Wartesemester begrenzt?

Ja. Jeder Bewerber kann maximal 16 Wartesemester ansammeln. Genügt diese Anzahl voraussichtlich immer noch nicht, um in den gewünschten Studiengang immatrikuliert zu werden, können die Chancen jedoch auf anderem Wege verbessert werden.

 

Was verbessert die Aussichten auf einen Studienplatz zusätzlich?

Ist Deine Abiturnote auch nach mehreren Wartesemestern nicht ausreichend für Dein Wunschstudium, kannst Du durch zusätzliche Kompetenzen Deine Chancen verbessern. Der einfachste und sicherste Weg besteht darin, eine Berufsausbildung in einem ähnlichen Bereich zu absolvieren.

 

Was zählt nicht als Wartesemester?

Während der Wartezeit darfst Du an keiner deutschen Hochschule studieren (Parkstudienzeit). Für Fernstudiengänge ist die Beurteilung jedoch weitaus schwieriger.

 

Was sind sogenannte Parkstudienzeiten?

Unter einem Parkstudium versteht man ein Studium, welches nur der Überbrückung dient. Studierende immatrikulieren sich zwar in ein Fach, wollen dieses jedoch gar nicht ernsthaft studieren. Beachte jedoch, dass auch diese Zeiten als normale Semester berechnet werden. Es spielt keine Rolle, ob Du tatsächlich Lehrveranstaltungen besucht und Credit-Points gesammelt hast. Es zählt einzig die formale Immatrikulation an einer Hochschule, um als Student zu gelten.

 

Unklare Situation für Fernstudierende

Die einzige staatlich anerkannte Fernhochschule ist die Fernuniversität Hagen. Hier kannst Du in verschiedenen Fächern reguläre, international anerkannte Bachelor- und Masterabschlüsse erwerben. Damit liegt die Annahme nahe, dass es sich auch hier um ein Parkstudium handeln könnte und ein Studium an der Fernuniversität Hagen nicht als Wartezeit angerechnet wird. Die reale Situation ist jedoch unklar. Wie sich die Semester eines Fernstudiums auf Deine Bewerbung um einen Studienplatz auswirken, lässt sich nicht pauschal sagen. Der sichere Weg besteht darin, im Vorfeld Kontakt zur Studienberatung Deiner avisierten Hochschule aufzunehmen. Dort kann man Dir am besten Auskunft darüber geben, wie mit einem Fernstudium in Deiner späteren Bewerbung umgegangen wird.

Es besteht zum Beispiel die Möglichkeit, dass Du auf diese Weise bereits so viele Leistungspunkte ansammelst, dass Du später in ein höheres Semester an einer Präsenzuniversität immatrikuliert werden kannst. Die Zugangshürden für das erste Semester entfallen somit. Sollte ein Fernstudium jedoch als Parkstudium gewertet werden und Deine Chancen auf einen normalen Studienplatz nicht verbessern, solltest Du Deine Pläne noch einmal überdenken. Schließlich ist ein Fernstudium mit hohen Kosten und viel Zeitaufwand verbunden.

 

Welche weiteren Möglichkeiten gibt es?

Möchtest Du während der Wartesemester dennoch studieren, dann kannst Du dies an einer Berufsakademie oder an einer Hochschule im Ausland tun. Auch Kurse an privaten Fernschulen können eine gute Vorbereitung auf das spätere Wunschstudium sein. Ferner besteht selbstverständlich die Möglichkeit, Praktika oder eine Ausbildung zu absolvieren, sich für einen Freiwilligendienst (FSJ, FÖJ etc.) zu verpflichten oder Zeit im Ausland zu verbringen (Au-pair, Sprachreisen, Work & Travel etc.).

Gegenüber der Universität musst Du nicht nachweisen, womit Du die Wartesemester verbracht hast. Von Bedeutung ist lediglich das, was auch für Deinen Studienplatz relevant sein kann. Fachverwandte Berufsausbildungen und praktische Job-Erfahrungen sollten somit unbedingt erwähnt werden. Sind die Aussichten auf einen der begehrten Studienplätze dennoch zu schlecht, solltest Du mittelfristig möglicherweise auch ein anderes Studium in Betracht ziehen.

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