Das sollten Sie wissen, bevor Sie Ihr Fernstudium abbrechen

In wenigen Schritten zum richtigen Fernstudium

Das sollten Sie wissen, bevor Sie Ihr Fernstudium abbrechen

Oktober 4, 2014 Studium allgemein 0

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Ein Studienabbruch sollte gründlich überdacht werden.

Ein Studienabbruch sollte gründlich überdacht werden.


Trotz der flächendeckenden Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge an den deutschen Hochschulen ist die Zahl der Studienabbrecher nach wie vor hoch. Derzeit liegt sie bei ungefähr 20-25 %. Was sind aber die Gründe für dafür, dass immerhin ein Fünftel bzw. ein Viertel ihr Studium vor Erlangung eines akademischen Grades abbricht? 

Zum einen liegt das sicher an der falschen Fächerwahl. Viele Studierende wählen oftmals ein Fach aus, bei dem sie sich beste Berufschancen ausrechen, was ihnen aber unter Umständen gar nicht so liegt. Hierbei wird bei den ersten auftretenden Problemen auch eher „das Handtuch“ geworfen. Oftmals stellen sie sich unter den Fächern auch etwas anderes vor und sind dann enttäuscht von der Ausgestaltung und den Anforderungen. Manche merken auch zu Beginn des Studiums, dass Sie wohl doch eher praktisch veranlagt sind und nehmen daraufhin den Berufsweg der Lehre.
All diese Fälle sind insofern nicht so tragisch, weil die betreffenden Personen relativ früh merken, dass das Studium nicht für sie geeignet ist und schlagen eben einen andere Berufsrichtung ein. Dementsprechend ist für sie nicht viel passiert und sie können es als „Lebenserfahrung“ abbuchen.

Schwerwiegender ist es, wenn Studierende schon sehr lange studieren und kurz vor dem Abschluss entscheiden, die akademische Laufbahn zu beenden. Es ist vor allem deswegen für die Betroffenen schlimmer, weil sie bereits viel Arbeit, Mühe sowie möglicherweise Herzblut hierein gesteckt haben. Darüber hinaus empfinden es viele als ein Scheitern, wenn sie im fortgeschrittenen Stadium ihr Studium aufgeben müssen.
Die Gründe für die „späteren Abbrecher“ sind aber meist andere als diejenigen, die oben schon erwähnt wurden. Hier geht es in der Regel nicht mehr um eine „falsche Berufsauswahl“, sondern es spielen oftmals psychische Faktoren wie Prüfungsangst oder ähnliches eine Rolle. Erschwerend hierbei kommt hinzu, dass man im Studium –trotz der sehr verschulten Variante des Bachelor-Studienganges- man mehr auf sich allein gestellt ist als während der Schulzeit, in der einen der Klassen- bzw. Kursverband oftmals auffängt und gewissermaßen mit-durchschleppt.

 

Studienabbruch bei Fernstudiengängen

Gravierender erscheint dieses Problem auf den ersten Blick bei Fernstudiengängen. Wie oben schon erwähnt, ist vor allem das „Auf-Sich-Allein-Gestellt-Sein“ während des Studiums für viele ein Problem. Das Konzept des Fernstudiums verstärkt diese Einschätzung noch, da hier der tägliche Kontakt mit Kommilitonen und der damit verbundene Austausch über Probleme und Hürden des Studiums wegfallen. Außerdem kennt man auch die Dozenten zum Teil nicht persönlich und traut sich womöglich deshalb nicht mit ihnen über die eigenen Probleme zu sprechen. Entsprechend ist der Teil der Studienabbrecher bei den Fernuniversitäten –wenn auch nur geringfügig-höher.

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Gleichwohl bietet ein Fernstudium bei dieser Problematik durchaus auch Vorteile. Gerade wenn sich in der Mitte oder am Ende eines Studiums die Frage nach einem Abbruch stellt, hat diese Art des Studiums im Rahmen eines Fernstudiums den Vorzug, dass man das alleinverantwortliche Arbeiten und Lernen schon gewöhnt ist und aufgrund dessen die Flinte nicht so schnell ins Korn wirft. Man hat mit der Zeit gelernt, wie man auch psychisch mit schwierigen Situationen umgeht und sich selbst motiviert.
Außerdem ist oftmals auch der Kontakt zum Lehrpersonal –so paradox das klingen mag- wegen des ständigen Brief- und Emailkontaktes besser und unmittelbarer, so dass ein Student seinem Dozenten möglicherweise eher seine Probleme anvertraut.

Hier äußert sich Markus jung von Fernstudium-Infos.de zu seinen Gründen, das Fernstudium in Paschologie an der FernUni Hagen abzubrechen:

Ratschläge zu dem Thema „Was tun, wenn der Studienabbruch droht“

Was sind aber Tipps, wie man in einer konkreten Situation mit dem Thema „Studienabbruch“ umgehen kann?
Zunächst einmal Ruhe bewahren. Die meisten Hürden und Probleme erweisen sich im Nachhinein als nicht so groß, wie man sie vorher eingeschätzt hat. Hier hilft es meist die Problematiken aufzuschreiben; dies hat den psychischen Effekt, dass sie greifbarer werden und nicht als diffuse Ängste das eigene Handeln lähmen.

Darüber hinaus bietet sich im Fall des fortgeschrittenen Studenten-Status an sich noch einmal klar zu werden, dass man es als Erfolg werten kann schon so weit im Studium gekommen zu sein. (andere haben das schließlich nicht geschafft.) Das gibt Selbstvertrauen, um auch den Rest erfolgreich zu meistern.
Außerdem sollte man sich auch mit Freunden oder Kommilitonen austauschen, wie sie ähnliche Probleme in den Griff bekommen haben (nach dem Motto: geteiltes Leid ist halbes Leid). In Zeiten des Internets ist das auch im Rahmen eines Fernstudiums möglich, da es einige Foren zu dem Thema gibt:

Ebenfalls eine Möglichkeit besteht darin, die Studienberatung der Fernuniversität zu kontaktieren. Diese kennt sich mit derartigen Fällen gut aus und weiß meist, welche Maßnahmen hier helfen können.
Bei psychischen Problemen wie Prüfungsangst kann man entweder entsprechende Kurse der Krankenkassen aufsuchen oder sich an einen Psychologen wenden. Dies ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke und kann auch für das weitere Leben sehr hilfreich sein.
Falls man doch keinen anderen Ausweg als den Studienabbruch sieht, sollte das dennoch nicht bedeuten, dass man in Depressionen verfällt. Das Studium hat einem trotz fehlendem Abschluss auch positive Erfahrungen vermittelt, z.B. den Horizont erweitert, die Lern-Fähigkeit erhöht, man hat neue Menschen kennengelernt etc. All diese Soft Skills lassen sich auch entsprechend am Arbeitsmarkt vermarkten.

Aber soweit muss es ja erst gar nicht kommen! Resignieren Sie nicht bei den vielen Hürden, die einem während eines Studiums auferlegt werden, sondern nutzen Sie drei Dinge: Ihre Freunde und Kommilitonen, die Beratungsstellen der Universität und deren Dozenten sowie vor allem Ihre eigene Kraft. Denn Sie sind auch schon mit ganz anderen Sachen fertig geworden.

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