Per Fernkurs zum Buddhisten? Wie und wo geht das? Alternativen?

Buddhistisches Kloster in Korea.
Buddhistisches Kloster in Korea.

Der Buddhismus ist eine der großen Weltreligionen. Er hat gerade für Menschen aus dem westlichen Kulturkreis eine große Anziehungskraft und Faszination, denn er ist eine von Grund auf friedliche Religion, die auf Erlösung des Menschen abzielt. Grundidee des Buddha war, dass alles menschliche Leben Leiden ist. Solange der Mensch lebt, hat er Begierden, welche Leiden verursachen. Selbst wenn die Begierden gestillt werden, treten neue Begierden an ihre Stelle, wie man anhand der westlichen Gesellschaften gut sehen kann, die im materiellen Überfluss schwelgen, denen zugleich aber der Sinn des Lebens abhanden kommt. Somit muss der Mensch letzten Endes die Begierden überwinden, damit er nicht mehr leiden muss.

Wenn der Mensch alle Begierden überwunden hat, kann er letzten Endes – vielleicht erst nach zehntausend Wiedergeburten – das Nirvana erreichen, den Zustand der Erleuchtung. Das Nirvana ist nicht mit dem Paradies oder dem Garten Eden zu vergleichen, wie ihn zum Beispiel das Christentum oder der Islam kennen, es ist vielmehr ein Seinszustand. Das Individuum, die Seele wird im Nirvana letztendlich ausgelöscht, in eine große Leere aufgenommen, die das Ende von Begierde und Leiden bedeutet.

 

Die Entwicklung des Buddhismus

Die historische Figur des Buddha, der Prinz Siddharta Gautama lebte etwa von 563 v.Chr. bis 483 v.Chr. im heutigen Grenzgebiet von Nepal und Indien. Nach dem Tode des Buddha verbreitete sich der Buddhismus schnell nach China, Korea und Japan und auch in Teile Südostasiens sowie nach Sri Lanka. Er teilte sich dabei auf in zwei verschiedene Schulen, den Mahayana und den Hinayana Buddhismus, aus denen später dann noch diverse Sekten hervorgingen, Sekten im Sinne von Untergruppen oder Konfessionen. Im Westen am populärsten sind der tantrische Buddhismus aus Tibet wie auch der japanische Zen-Buddhismus.

 

Studium des Buddhismus

Wenn Sie den Buddhismus aus buddhistisch-theologischer Perspektive studieren möchten, sollte Sie sich zuvor darüber im Klaren sein, wie Sie zum Buddhismus stehen. Denn so wie ein christlicher Priester wohl schon an Gott glauben sollte, sollten Sie dann auch an die Lehren des Buddha glauben. Wenn Sie dies tun und sich schon mit der Religion des Buddhismus befasst haben, gar schon wissen, welcher Sekte Sie nahe stehen, dann können Sie es wohl wagen, eine Stufe weiterzugehen und die buddhistische Religion zu studieren. Es gibt hierzu einige Angebote in Europa, auch im Fernstudium.

Wenn Sie den Buddhismus lieber von außen studieren wollen, ohne unbedingt die Religion annehmen zu wollen, dann sollten Sie ein Studium der Religionswissenschaft in Betracht ziehen, das zahlreiche Universitäten auch mit Möglichkeiten zum Teilzeit- oder Fernstudium anbieten, zum Beispiel Münster, Bonn, Berlin, Leipzig, Würzburg oder München.

 

Hier zwei beispielhafte Angebote zum Fernstudium des Buddhismus in Deutschland:

 

Tibetisches Zentrum Hamburg

Das Tibetische Zentrum in Hamburg bietet Fernkurse an, die immer im Wintersemester beginnen. Die jeweilige Lerneinheit wird zunächst über sogenannte Studienkreise vermittelt, welche per Internet heruntergeladen werden können. Wer kein Internet hat, kann sich die Infos sogar per Post auf CD gebrannt schicken lassen, einen Computer braucht man also auch dann. Das neu vermittelte Wissen wird dann zusammen mit Lehrern und Tutoren in Webseminaren vertieft, den Webinaren. Der Zeitaufwand für die Studienkreise wird mit wöchentlich rund zwei Stunden beziffert, die Webinare können Sie sich selbst frei einteilen.

Prüfungen muss nur ablegen, wer am Ende ein Zertifikat möchte. Studienvoraussetzungen gibt es keine, lediglich ein Interesse am Buddhismus und im besten Falle Grundkenntnisse sind erwünscht. Das Tibetische Zentrum bietet zu diesem Zwecke auch Einführungskurse. Das Studium kostet EUR 85 pro Monat, Ermäßigungen sind in Rücksprache mit der Studienberatung möglich.

 

Aryatara Institut – Zentrum für Buddhistische Studien und Meditation München

Das Aryatara Institut in München bietet ein Fernstudium mit dem Titel „Buddhismus entdecken“ an. Die 14 Module behandeln alle Aspekte des Buddhismus, die Module können Sie in Ihrer eigenen Geschwindigkeit bearbeiten. Wenn Sie mit einem Modul fertig sind, fahren Sie mit dem nächsten fort. Jedes Modul enthält 9 bis 16 Stunden Audiomaterial, vorwiegend mitgeschnittene Vorträge sowie deren Transkripte, die 60 bis 100 Seiten umfassen, dazu ausgewählte Begleitlektüre von 20 bis 70 Seiten und Prüfungsfragen für das eigene Verständnis. Ein Modul kostet 30 Euro.

 

Alternativen im Ausland

Die Länder Taiwan, Südkorea und Japan bieten ebenfalls zahlreiche Fernkurse des Buddhismus an, doch werden diese meist in der Landessprache gehalten. Englischsprachige Buddhismus Fernstudien gibt es in großer Zahl in den USA, doch sind diese natürlich kostenpflichtig und so zahlreich, dass sie hier nicht aufgeführt werden können. Bei Interesse: Googeln Sie einfach auf Englisch.

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