Fernstudium und Präsenzstudium parallel – Tipps zur Studienorganisation

Ob es zur doppelten Herausforderung wird, entscheiden Sie... © olly - Fotolia.com
Ob es zur doppelten Herausforderung wird, entscheiden Sie…
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Es gibt immer wieder junge Menschen, die sich denken: „Manche arbeiten 40 Stunden die Woche Vollzeit und studieren nebenbei. Warum also sollte ich keine zwei (oder mehr) Studiengänge gleichzeitig durchziehen können? Wenn ich eh schon gerade am Lernen bin …“

Für Außenstehende klingt das hart. Ist es auch. Denn solch ein Vorhaben bedeutet über mehrere Jahre hinweg eine hohe Belastung. Es erfordert jede Menge Disziplin und einen straffen Zeitplan. In den Alltag übersetzt heißt das: Viel Lernstoff bewältigen, was mit wenig bis gar keiner Freizeit belohnt wird. In der Konstellation Präsenz- und Fernstudium kostet Letzteres zusätzlich Gebühren.

Die gute Nachricht: Es geht. Und wer durchhält, hat von den Lorbeeren am Schluss umso mehr. Denn solche fleißigen Leute haben im Idealfall schon nach drei Jahren gleich zwei akademische Titel in der Tasche. Die nachweisliche Verbindung unterschiedlicher wissenschaftlicher Bereiche sowie die permanente Übung in eigenverantwortlichem Handeln ergeben weitere Pluspunkte. Kein schlechter Start für den Arbeitsmarkt.

 

Fürs BAföG kann es nur einen geben

Wer mit dem Gedanken spielt, so ein Projekt ebenfalls durchziehen zu wollen, muss allerdings ein paar Fakten berücksichtigen:

Theoretisch kann man sich zwar an zwei oder mehr Hochschulen parallel einschreiben, aber nicht für den gleichen Studiengang. Auch kann nur ein Erststudiengang als Referenz für Leistungen, wie beispielsweise nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) oder das Semesterticket angegeben werden.

Womit ebenfalls gerechnet werden sollte: Dass gerade die gewünschte Hochschule eine solche Doppelstudium-Variante gar nicht mag und dementsprechend nicht zulässt. Aber vielleicht lassen sich die Verantwortlichen auf eine Kompromiss-Immatrikulation als Studiengangszweithörer ein. In diesem Zusammenhang noch der Hinweis: Ein Akademie-Studium, wie es die FernUni Hagen im Programm hat, führt nicht zum angestrebten Ziel. Denn dieser Status entspricht dem eines Gasthörers – und damit lässt sich kein Abschluss erwerben.

 

Hauptarbeit und Teilzeit-Studierjob

Bevor die Formalitätensache in Angriff genommen und es ernst wird, sollten die Akteure bereits ein sinnvolles Zeitmanagement-Konzept erarbeitet und am besten schon verinnerlicht haben. Denn das ist die Basis für alles, was in puncto Studien nun kommen wird.

Die Hauptkunst ist sicherlich die des Prioritäten-Setzens. Hier gilt es beispielsweise, immer zunächst das Soll des Erst- beziehungsweise Präsenzstudiengangs zu erfüllen. Und dann, sofern noch Zeit und Kraft vorhanden sind, als Zweites die Pflichten für das Parallelstudium. Diese Strategie ist ein Erfahrungswert von Studenten, die einen solchen Weg schon gegangen sind. Und er funktioniert, Denn wer an einer Fernuni den Status eines Studiengangszweithörers innehat, kann sein Pensum besser planen und sich quasi wie einen Teilzeitjob einteilen.

Manche Studiengänge eignen sich dazu, sie nach Wochentagen aufzudröseln. Ist beispielsweise an der Präsenzuniversität freitags nichts geboten, ließen sich an diesem Tag die Module der Fernuni abarbeiten.

 

Bonusmaterial „Nachsicht“

Studiengangzweithörer erfreuen sich einer ähnlichen Gnade wie Teilzeitstudenten. Das heißt, auch sie durchlaufen Klausuren und mündliche Prüfungen. Doch unterliegen sie dem Fristendruck nicht ganz so heftig: Falls sich während der Studien die Klausuren überschneiden, weil die Prüfungszeiträume identisch sind, dann können die Klausuren bei der Fernuni auch ins Folgesemester geschoben werden. Selbst bereits getätigte Anmeldungen können bei Bedarf bis zu einer bestimmten Deadline kostenlos wieder rückgängig gemacht werden. Nach Fristende ist eine Stornierung gegen Bezahlung einer Gebühr sogar noch bis zum Vortag möglich.

Auch werden den Zweithörern beispielsweise zur Erledigung der Hausarbeiten sechs Wochen gewährt, während Vollzeitern nur drei zur Verfügung stehen. Und auch für die Bachelorarbeit dürfen sie sich doppelt so lange Zeit nehmen.

 

Lösungen für den Zweifelsfall

Sollte es doch zu schlimm werden, besteht die Möglichkeit, sich für ein Semester lediglich zurück zu melden, also nichts Neues zu belegen. Während einer solchen Atempause können die fehlenden Module abgearbeitet werden. Reicht das noch immer nicht aus, lässt sich zur Not und mit einer guten Begründung auch ein Urlaubssemester einlegen.

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