Diplom-Fernstudium

Diplomstudiengänge sind selten in an Deutschen Fernhochschulen. © denisismagilov - Fotolia.com
Diplomstudiengänge sind selten in an Deutschen Fernhochschulen. © denisismagilov – Fotolia.com

Diplomstudiengänge sind im deutschen Hochschulwesen eine Seltenheit geworden, da aus Gründen der internationalen Vergleichbarkeit immer mehr Studiengänge zu Bachelor- bzw. Masterstudiengängen umstrukturiert werden.

Die ursprüngliche Planung, begonnen 1999 mit dem sog. „Bologna-Prozess“, sah vor, dass Diplomstudiengänge bis 2010 gänzlich durch Bachelor- und Masterstudiengänge ersetzt würden.  An vielen Hochschulen, auch Fernhochschulen, wurde dies eingehalten, sodass zum Beispiel an der Wilhelm-Büchner-Fernhochschule in allen Bereichen, in denen bisher traditionelle Diplomstudiengänge angeboten wurden, nunmehr ausschließlich Bachelor- und Masterabschlüsse erworben werden können.

 

Unterschiede zwischen Diplom und Bachelor

Das Diplom-Fernstudium gliedert sich – wie das Präsenzstudium – in Grund- und Hauptstudium auf und schließt mit dem selbstständigen Erstellen einer Diplomarbeit und den Abschlussprüfungen ab. Im Unterschied zum Bachelorstudium müssen insgesamt weniger Zwischenprüfungen abgelegt werden; das Studium ist im Regelfall in 8–10 Semester untergliedert, das erfolgreiche Absolvieren des Grundstudiums ermöglicht hier jedoch noch keinen Berufseinstieg. Ein Bachelorstudium kann hingegen bereits mit einer Regelstudienzeit von 6-8 Semestern abgeschlossen werden und gilt als in sich geschlossenes Studium, das direkt auf den Berufseinstieg vorbereitet. Wer darüber hinaus einen weiteren akademischen Grad anstrebt, bereits erworbene Kenntnisse vertiefen oder im Anschluss noch promovieren möchte, wählt das aufbauende Masterstudium.

 

Diplom: auslaufendes Modell oder Comeback?

Aufgrund dieser Umstrukturierung ist die Zahl der noch als Diplom-Fernstudium angebotenen Studiengänge begrenzt. Studiengänge mit dem Abschluss Diplom findet man derzeit vor allem noch in kaufmännischen und (betriebs-)wirtschaftlichen Fakultäten sowie im Ingenieurs- und Informatikwesen. Daneben gibt es noch einzelne Angebote im pflegerischen und sozialpädagogischen Bereich. Gerade in den technischen Studiengängen – und hier insbesondere im Bereich der Ingenieursausbildung – hat das deutsche Diplom international gesehen jedoch einen besonders hohen Stellenwert. Daher setzen sich die Vertreter bekannter technischer Hochschulen bereits dafür ein, das Diplom wieder einzuführen.

Es besteht also durchaus die Möglichkeit, dass es in den nächsten Jahren zu einem „Comeback“ der Diplomstudiengänge kommt, sodass parallel zu der Unterteilung in ein sechssemestriges Bachelorstudium mit anschließendem viersemestrigem Master auch das Diplom-Fernstudium wieder angeboten wird. Im Moment zeichnet sich dies jedoch noch nicht ab, sodass einige Studiengänge als Diplom-Fernstudium 2010 zum letzten Male angeboten wurden. An der Fernuniversität Hagen ist eine Einschreibung in die Diplomstudiengänge Elektrotechnik/Informationstechnik, Informatik, Mathematik und Wirtschaftswissenschaft bereits nur noch für Studienfortsetzer möglich.

 

Bestehende Diplomstudiengänge

Wie bereits erwähnt, werden nur noch wenige Diplom-Studiengänge angeboten. Hierzu zählt zum Beispiel der Studiengang „Europäische Betriebswirtschaftslehre“ mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann/-Kauffrau (FH), den die Europäische Fernhochschule Hamburg durchführt. Auch die AKAD bietet weiterhin – und laut Webseite so lange wie möglich – noch ein Diplom-Fernstudium „Betriebswirtschaftslehre“ mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann (FH) an. Die Studiengänge „Wirtschaftsinformatik“ und „Wirtschaftsübersetzen“ werden dort ebenfalls noch als Diplomstudiengänge durchgeführt. Die HFH, die Hamburger Fernhochschule führt den Studiengang „Fernstudium Pflegemanagement“ (Dipl.-Pflegewirt/-in FH) an.

An der Universität Hagen können ausschließlich Studienfortsetzer noch ein Diplom erwerben; bei anderen Angeboten handelt es sich im Wesentlichen um postgraduale Aufbaustudiengänge, das heißt, es muss vorab bereits (mindestens) ein Bachelorstudium absolviert worden sein, auf das aufbauend dann noch ein Diplom erworben werden kann. So bietet die AKAD zum Beispiel den viersemestrigen Aufbaustudiengang „Wirtschaftsinformatik“ an, der für Wirtschaftswissenschaftler konzipiert wurde und mit dem Diplom FH abschließt.

 

Zugangsvoraussetzungen

Die Zugangsvoraussetzungen für ein Diplom-Fernstudium sind in der Regel vielfältig; häufig ist – bei entsprechender beruflicher Qualifikation – eine Hochschulzugangsberechtigung nicht mehr unbedingt erforderlich oder kann auf verschiedenen Wegen erworben werden.

 

Die Hamburger Fernhochschule weist drei Zugangswege auf:

  • Nachweis von Abitur und ggf. Berufspraxis.
  • Nachweis einer fachspezifischen Fortbildung und Teilnahme an einem Beratungsgespräch.
  • Nachweis einer abgeschlossenen Berufsausbildung mit anschließender mindestens dreijähriger beruflicher
    Tätigkeit sowie Teilnahme an einer Eignungsprüfung.

Auch an anderen Akademien und Fernhochschulen ist das Abitur nicht mehr der alleinige Zugang zum Studium. So qualifizieren in Hessen zum Beispiel der Meister- oder Techniker-Abschluss – verbunden mit entsprechender Berufstätigkeit – ebenfalls zum Hochschulzugang. Darüber hinaus kann – ein Berufsabschluss und vierjährige Tätigkeit vorausgesetzt – eine spezielle Hochschulzugangsprüfung (HZP) abgelegt werden. Die einzelnen Bedingungen können – trotz Versuchen der Kultusministerkonferenz, mehr Einheitlichkeit zu erreichen – je nach Bundesland und Studiengang variieren, daher sollte man sich diesbezüglich unbedingt mit der gewählten Studienstätte in Verbindung setzen. Für die Aufbaustudiengänge ist der Nachweis eines vorangehenden abgeschlossenen und fachlich relevanten Studiums unabdinglich.

 

Bewerbung

Eine erste Bewerbung für ein Diplom-Fernstudium ist in der Regel über die Internetseiten der Studienstätten möglich. Je nach Studienart und –stätte kann dies ganzjährig oder zu einem festgesetzten Termin erfolgen. Anschließend müssen die benötigten Unterlagen eingereicht werden – wie zum Beispiel Nachweise über die Art der Hochschulzugangsberechtigung oder Nachweise über speziell erforderliche Kenntnisse. Je nach Vorbildung sind darüber hinaus ggf. der Besuch spezieller Vorkurse, die Teilnahme an Beratungsgesprächen oder auch an einer Eignungsprüfung erforderlich.

 

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