Die Abschlussarbeit planen und schreiben- ein Leitfaden

In wenigen Schritten zum richtigen Fernstudium

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Die Abschlussarbeit bedeutet in der Regel 3 Monate Dauerstress. © lightpoet – Fotolia.com

Zeitnot und Panik vor Abgabe der Arbeit, weil das letzte Kapitel noch nicht fertig oder ein Buch zu spät gekommen ist, sind mit einem gut durchdachten Zeitplan vermeidbar. Nicht selten leidet die Qualität der Arbeit, weil die Zeit nicht optimal genutzt und zu viel Zeit für Unwichtiges vertrödelt wurde. Jedes Unternehmen hat eine feste Terminplanung; jede Arztpraxis und jeder Dienstleistungsbetrieb arbeitet mit Terminen, um Struktur in den Arbeitsalltag zu bekommen. Ebenso benötigt auch jede wissenschaftliche Arbeit eine konkrete Planung, damit nicht am Ende der Zeit noch zu viel Arbeit übrig ist.

7-8 Monate vor dem Abgabetermin: Thema festlegen

Die Themenfindung für die wissenschaftliche Abschlussarbeit wird an Fernhochschulen und Universitäten unterschiedlich gehandhabt. Studierende haben entweder die Möglichkeit, sich in eine zuvor herausgegebene Liste möglicher Themen einzutragen und sich entsprechend der individuellen Präferenzen für ein vorgegebenes Thema zu entscheiden. Oftmals gibt es aber auch die Möglichkeit, ein Thema frei zu wählen, was besonders dann ideal ist, wenn Studenten sich bereits länger schon aus eigenem Interesse heraus für ein bestimmtes Fachgebiet begeistert haben. Die endgültige Festlegung auf ein Thema sowie die Definition der zentralen Fragestellung erfolgt dann zusammen mit dem betreuenden Professor oder Mentor. Wichtig vor der Entscheidung für ein Thema ist die Prüfung, ob es dem geforderten Umfang der Arbeit standhalten kann. Eine erste Recherche sollte klären, ob es genügend Literatur zu diesem Thema gibt und ob dasselbe Thema bereits schon einmal bearbeitet und veröffentlicht wurde. In diesem Fall muss dann nämlich ein neues Thema gewählt werden. Vor der endgültigen Formulierung des Themas sollten Sie prüfen, ob es zu allgemein gehalten ist und noch einmal spezialisiert werden sollte. Ergibt sich aus der Überschrift eine logische Fragestellung, eignet sich das Thema für eine sinnvolle Gliederung und kann am Ende ein Fazit gezogen werden?

6 Monate vor dem Abgabetermin: Arbeit beim Prüfungsamt anmelden

Für die Anmeldung der Arbeit beim zuständigen Prüfungsamt gibt in der Regel starre Fristen. Oft ist ein Zeitraum definiert, indem die Anmeldung dem Amt vorliegen muss. Wichtig ist für Sie, die Studienordnung zu kennen und alle Formalitäten einzuhalten.

5 Monate vor dem Abgabetermin: Literaturrecherche

In dieser Phase muss schon eine grobe Idee von der späteren Gliederung entstehen, damit Sie wissen, zu welchen Themen Sie Ihre Literatur auswählen und organisieren. Ein erster Anlaufpunkt sind Bibliotheken sowie Literaturverzeichnisse und –Datenbanken im Internet. Bei der Recherche nach geeigneten Quellen entsteht hier schon ein Überblick über die allgemeine Quellenlage. Wenn Sie bereits ein bis zwei wichtige Werke zu Ihrem Thema besitzen, kann das Quellenverzeichnis dieser Werke ein Wegweiser zur weiteren Lektüre sein. Wichtig ist die Aktualität der Quellen zu beachten: Das umfangreichste Literaturverzeichnis nützt Ihnen nichts, wenn es die letzten zehn Jahre Forschungsstand der behandelten Thematik außer Acht lässt. Bemühen Sie sich darum, das Thema vom aktuellen Forschungsstand aus zu greifen; dazu gehört vor allem die Sichtung der jüngsten Literatur zu Ihrem Thema. Achten Sie darauf, nur zitierfähige Quellen zu verwenden und sich nicht etwa auf Internetseiten wie Wikipedia und Co zu verlassen. So informativ diese Seiten für Privatnutzer auch erscheinen mögen, werden sie selten als Quellen in wissenschaftlichen Arbeiten zugelassen. Ihr Schwerpunkt sollte wenn möglich auf Primärquellen liegen, also jenen, die Informationen aus erster Hand bieten, wie beispielsweise Biografien oder Handschriften. Selbstverständlich ist auch Sekundärliteratur eine legitime Informationsquelle, wenn Sie von anerkannten Autoren, die nachweislich Experten für ein bestimmtes Fachgebiet sind, verfasst worden ist. Kümmern Sie sich in dieser Phase darum, alle benötigte Literatur auf Ihren Schreibtisch zu bekommen. Denken Sie daran, dass die Bibliotheken Leihfristen haben und ausländische Literatur rechtzeitig auf den Weg gebracht werden muss.

4 Monate vor dem Abgabetermin: Sichtung der Literatur

In der Regel ist es gänzlich unmöglich, sämtliche Literatur zu einem Thema komplett durchzuarbeiten. Daher sollten Sie gleich zu Beginn des Lesens Prioritäten setzen. Gehen Sie die Inhaltsverzeichnisse Ihrer Bücher durch und kennzeichnen Sie die Kapitel, die Ihnen für Ihre Arbeit wichtig erscheinen. Stapeln Sie die Bücher so auf Ihrem Schreibtisch, dass sie eine sinnvolle Lesereihenfolge ergeben. Machen Sie sich beim Lesen erste Stichpunkte und markieren Sie Stellen, die Sie für Ihre Arbeit verwenden wollen.

3,5 Monate vor dem Abgabetermin: Systematisierung der Informationen aus den Quellen

<Für die Systematisierung der Informationen gibt es mehrere Möglichkeiten. Sie können die zuvor beim Lesen markierten Passagen kopieren, um dann später die Kopien für eigene Notizen nutzen zu können. Eine andere Möglichkeit ist es, gleich stichpunktartig aus den Texten das Wichtigste herauszuschreiben. Dies ist die empfehlenswertere Methode, da hier gleich die Informationen verinnerlicht werden und Sie hier schon Wichtiges von Unwichtigem trennen können. Notieren Sie hinter alle Informationen die Quellenangabe, damit Sie später sauber zitieren können.

3 Monate vor dem Abgabetermin: Gliederung erstellen

Erstellen Sie anhand der gesichteten Literatur eine erste, grobe Gliederung mit den wichtigsten Punkten Ihrer Arbeit. Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit muss immer folgendes enthalten:

  • Ein TITELBLATT, mit dem vollständigen Titel der Arbeit, Namen des Verfassers und auch des betreuenden Dozenten sowie Angaben zum Fachbereich; oft enthält auch die Studienordnung präzise Angaben darüber, wie das Deckblatt Ihrer Arbeit aussehen soll
  • Ein INHALTSVERZEICHNIS, das chronologisch den Aufbau der Arbeit in allen Punkten und Unterpunkten wiedergibt
  • Einen TEXTTEIL, bestehend aus Einleitung, Hauptteil und Schlussbemerkung
  • Ein LITERATURVERZEICHNIS, das alle verwendeten Quellen alphabetisch listet
  • ANMERKUNGEN, die außerhalb der eigentlichen Arbeit, Erklärungen oder ergänzende Informationen enthalten
  • Ein ANHANG, in den verwendete Quellen, Grafiken, Tabellen und Materialien kopiert werden, auf die sich in der Arbeit bezogen wird
  • Eine EIDESSTATTLICHE VERSICHERUNG, in der Sie versichern, die Arbeit in Eigenleistung verfasst und alle verwendeten Quellen korrekt angegeben zu haben Im Rahmen dieses Aufbaus sollte in dieser Arbeitsphase für den Textteil eine logische Strukturierung erarbeitet werden. Konzentrieren Sie sich darauf, alle wesentlichen Aspekte Ihrer Thematik in der von Ihnen definierten Struktur unterbringen zu können.

2 Monate vor dem Abgabetermin: Textteil fertigstellen

In dieser Arbeitsphase wird nun anhand der Gliederung und der angelesenen Informationen die eigentliche Arbeit geschrieben. Geben Sie die relevanten Informationen aus den von Ihnen verwendeten Quellen mit eigenen Worten wieder und entwickeln Sie darauf aufbauend eigene Thesen. Achten Sie darauf, einen eigenen Schreibstil zu entwickeln und keine Formulierungen aus dem vorhandenen Material zu kopieren. Wer sich lange mit einem Text beschäftigt, neigt dazu, den Schreibstil des Autors anzunehmen. Es besteht die Gefahr, dass die Arbeit dann am Ende von einem Stil zum nächsten springt. Wichtiger sind in dieser Phase aber der Inhalt und der rote Faden, der sich durch die Arbeit ziehen sollte. Versehen Sie alle Informationen aus Primär- und Sekundärliteratur gleich mit der entsprechenden Quellenangabe. Andernfalls haben Sie später kaum mehr eine Chance, diese im Nachhinein zuzuordnen. Beginnen Sie mit dem Hauptteil, verfassen Sie im Anschluss eine Schlussbemerkung mit einem eigenen Fazit und entwerfen Sie dann am Ende die Einleitung, in der Sie die Struktur und den Aufbau Ihrer Arbeit erläutern. In die Einleitung gehören ebenso Anmerkungen zum derzeitigen Forschungsstand und eine Begründung, warum Ihre Arbeit eine Ergänzung zur bereits vorhandenen Literatur darstellt.

1 Monat vor dem Abgabetermin: Rohfassung fertig stellen

Nach diesem Arbeitsschritt sollte das Manuskript Ihrer Arbeit fertig sein, welches danach nur noch kleiner Änderungen bedarf. Ergänzen Sie den Textteil Ihrer Arbeit um das Titelblatt, das Inhalts- und Literaturverzeichnis, Anmerkungen und Anhang sowie das Formblatt zur Eidesstattlichen Versicherung. Fertigen Sie von der Rohfassung im Anschluss mehrere Exemplare an, um sie im nächsten Arbeitsschritt an Ihre Korrektoren zu verteilen.

3 Wochen vor dem Abgabetermin: Lektorat

Geben Sie das Rohmanuskript mehreren Korrektoren und Lektoren zum Lesen und bitten Sie darum, Ihnen eventuelle Änderungsvorschläge zu unterbreiten. Definieren Sie Ihren Korrektoren konkrete Fragestellungen, die bei Ihnen in Bezug auf Ihre Arbeit noch Unsicherheiten auslösen: Ist der Aufbau logisch und nachvollziehbar, fehlen wichtige Aspekte des Themas, die in Ihrer Arbeit nicht behandelt worden sind, kann man einen roten Faden erkennen, passt das Fazit zu der vorausgehenden Behandlung des Themas und gibt es Doppelungen oder Passagen, die aus Sicht des Testlesers überflüssig sind? Geben Sie Ihren Korrektoren eine Woche Zeit für ihre Anmerkungen und definieren Sie das Datum, an dem Sie die Korrekturen zurückerhalten haben müssen.

2 Wochen vor Abgabetermin: Korrekturen

Nachdem Sie alle Korrekturen der Testleser zurückerhalten haben, gehen Sie diese durch und ergänzen Sie Ihre Arbeit entsprechend. Lassen Sie im Anschluss das Rechtschreibprogramm Ihres Computers Ihre Arbeit auf Fehler prüfen. Wenn die Endfassung der Arbeit vor Ihnen liegt, nehmen Sie sich die Zeit, sie einmal im Ganzen durchzulesen, um auf letzte Fehler zu stoßen.

1 Woche vor Abgabetermin: Endfassung vervielfältigen

Entsprechend der Prüfungsordnung müssen Kopien der Arbeit angefertigt oder die Arbeit zum Binden gebracht werden. Ihre Abschlussarbeit ist fertig zur Abgabe im Prüfungsamt und kann nun verschickt bzw. abgegeben werden. Falls Sie die Arbeit per Post senden, dann denken Sie bitte daran, dies per Einschreiben zu tun.

Am letzten Tag vor der Abgabe (Falls Sie so lange gewartet haben):

Rechtzeitig abgeben! Das heißt, unbedingt informieren, ob Sie die Arbeit persönlich beim Prüfungsamt abgeben müssen und wie lange dieses offenhat, oder ob es genügt, diese bis 24:00 Uhr in den Postkasten der Uni/FH zu werfen.   Ab nun heißt es nur noch: Warten. Sie haben Ihr Bestes gegeben. Bis die Abschlussarbeit korrigiert ist, kann es schon einmal einige Monate dauern. Gönnen Sie sich in dieser Zeit etwas Schönes,einen Urlaub in etwa,  um sich von der anstrengenden Abschlussarbeitsphase zu entspannen!

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